Horl 1993 – Der Rollschleifer

Horl 1993 – Der Rollschleifer

Wenn der Wetzststahl oder Diamantstab zum scharfhalten der Messer irgendwann nicht mehr ausreicht, heisst es: Messer schleifen! Spätestens dann macht man sich auf die Suche, welche Optionen es gibt. Recherchiert man etwas, so scheint es als würde nichts an dem guten alten Schleifstein vorbeiführen. Das Schleifen von Messern auf einem Schleifstein sollte aber geübt sein, da ein konstanter Winkel von 15° eingehalten werden muss und zwar über die ganze Schneide. Zudem ist die Prozedur recht zeitaufwendig.

Die Entstehung des Rollschleifers

Also warum nicht das ganze Spiel umdrehen und den Schleifstein bewegen? So begann Otmar Horl sich ab 1993, neben seiner Arbeit in einer Maschinenbaufirma, mit alternativen Schleifmöglichkeiten auseinander zu setzen und experimentierte mit Metallplatten mit aufgebrachter Diamantbeschichtung, bis es dann zum ersten Prototyp des Rollschleifers aus Aluminium gekommen ist.

2014 hat sich Timo Horl als gelernter Mediengestalter mit in die Entwicklung eingebracht und den Rollschleifer seines Vaters perfektioniert, bis er dann 2016 auf den Markt gekommen ist.

Seit 2018 arbeitet die ganze Familie zusammen im Unternehmen Horl 1993 mit Sitz in Freiburg, am Fuße des Schwarzwaldes.

Das Rollschleifer Prinzip

Das Set besteht aus einer Schleiflehre, welche das Messer mit zwei Neodym-Magneten im 15° Winkel zum Rollschleifer hält. Durch das Rollen, wird die Klinge des Messers mit nur einer Bewegung präzise über die komplette Länge geschliffen. Der Rollschleifer selber ist von Werk aus mit einer aufgenickelten Diamantscheibe und einer Edelstahlscheibe zum „Abziehen“ des Grates ausgestattet. Je nach Zustand des Messers reichen so schon 10-20 Züge pro Seite, um es auf eine ausreichende Schärfe zu bekommen. Mit der Edelstahlseite wird der enstandene Grat mit 5-6 Zügen  entfernt und die Schneide geglättet.

Für welche Messer eignet sich der Rollschleifer?

Die Schleiflehre hat eine normale und eine angefaste Seite mit Magneten, sodass auch kleinere Messer vernünftig bearbeitet werden können, indem sie höher liegen. Größere Hackmesser, mit mehr als 5cm Höhe, können am besten geschliffen werden, indem der Rollschleifer erhöht auf einem Brett benutzt wird. Anwendbar bei:

  • Damastmesser
  • Schälmesser
  • Kochmesser
  • Tranchiermesser
  • Wellenschliffmesser
  • Hackmesser
  • einseitig geschliffene Sushi Messer
  • u.v.m
Horl 1993 - Mit Station für Rollschleifer und Schleifscheiben

Feinschliff für Rasierschärfe

Für noch mehr Schärfe bietet Horl die Edelkorund-Scheiben mit den Körnungen #3000 und #6000 im Premium Schärfe Paket inkl. Lederstreichriemen an. Die Scheiben können am Rollschleifer beliebig mit den anderen ausgetauscht werden, was bei hochwertigen Messern durchaus Sinn macht, um das volle Potential aus dem Messerstahl rauszuholen. Die Schleifscheiben werden trocken benutzt und lassen sich danach durch aneinanderreiben, ggf. unter fließend Wasser, reinigen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen: Mein Solinger Damastmesser habe ich somit irgendwo zwischen „Rasierschärfe“ und „Haare spalten“ bekommen, nachdem ich es noch auf einem Lederriemen mit Chromoxid-Paste abgezogen habe. Den Lederriemen von Horl nutze ich danach nochmal zur Feinpolitur der Schneide.

Edelkorund Schleifstein #3000er Körnung
Horl Premium Schärfepaket + Rollschleifer & Schleifscheibenstation

Damit man komplett abgestumpfte Messer komplett neu aufarbeiten kann, gibt es zudem die 3x gröbere Diamantschleifscheibe „D91“. Diese sorgt für deutlich mehr Materialabtrag und somit auch 3x mehr Zeitersparnis im Gegensatz zur Serien Diamantscheibe. Danach arbeitet man sich zu den feineren Scheiben vor,  wobei man zwischen jedem Wechsel einmal mit der Edelstahlscheibe abzieht.

links Standard & rechts D91 grob

Aufbau & Verarbeitung

Hergestellt ist der Rollschleifer aus Holz (Nussbaum oder Eiche) und CNC gefrästem Edelstahl. Alles ist hochwertig verarbeitet, sehr leichtgängig und komplett demontierbar. Beide Schleifscheiben werden durch eine Achse verbunden. Der Korpus aus Holz wird von zwei Gleitstücken aus Plastik geführt, um die Leichtgängigkeit beim Benutzen zu erhöhen. Zwischen Achse und „Rollscheiben“ mit dem Gummi O-Ring, sitzen noch 2 dünne Unterlegscheiben, damit nicht Edelstahl auf Edelstahl liegt und sich die Scheiben beim Tausch leichter lösen lassen. Man merkt, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat.

Bei der Auswahl der Rohstoffe setzt Horl auf Regionalität: So kommen die Hölzer direkt aus Partnervertrieben aus dem Schwarzwald, aber auch in der Stahlfertigung, Lasergravur und Endmontage wird auf familiäre Zusammenarbeit Wert gelegt.

Auch wenn der Preis von 119,00€ im ersten Moment teuer klingen mag, kann ich den Rollschleifer zu 100% weiterempfehlen. Warum? Ganz einfach: Ich denke nicht, dass ich mich mit einem normalen Schleifstein jemals an meine „guten Messer“ rangetraut hätte, obwohl ich nicht ganz unerfahren mit dem Schleifen auf Wassersteinen bin. Mit dem Horl wird einem diese Hürde genommen. Man bekommt man ein super Feedback beim Schleifen, man fühlt sich sicher und hat die volle Kontrolle, der Winkel passt immer. Zudem sind die Ergebnisse wirklich sehr gut, die mit den verschiedenen Schleifscheiben erreicht werden. In Verbindung mit der Rollschleifer- und Schleifscheiben-Station liegt immer alles Griffbereit und sieht auch noch gut aus.

Hier geht’s direkt zur Website: https://www.horl-1993.de

Horl 1993 - Der Rollschleifer

*Ich gebe auf meiner Website grundsätzlich meine sachliche Meinung mit ein.

*Teile des Horl Rollschleifers wurden mir für den Test kostenlos zu Verfügung gestellt.

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